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Die Hauptburg bildet ein Quadrat von ca. 25 m Seitenlange, aus dem in der
Nordost und Südwestecke Vierecktürme von ungleicher Grösse vorstehen. Das
Festungsgeviert die Mauerstärke schwankt zwischen 1,8 m auf der Ostseite
(Angriffsfront) und ca. 1 m auf den übrigen Seiten war für eine
Rundumverteidigung konzipiert. Die Mauer trägt allseitig einen Wehrgang, der
mit Maschikulis und Schwalbenschwanzzinnen ausgestattet ist. Den gleichen
Mauerabschluss zeigt auch der kleine Turm in der Südwestecke.
Der Eingang zur Hauptburg befindet sich in der talseitigen Westfront. Er
weist noch die Spuren eines Fallgatters sowie einer Vernegelungsvorrichtung
auf und führt in einen rechteckigen Innenhof. Dessen Süd und Westseite wird
von einem inwendig an die Umfassungsmauer gelehnten Wohntrakt gebildet, Über
den zwei Geschossen spannte sich ursprünglich ein Giebeldach, das unterhalb
des Wehrganges ansetzte. Ausgestattet war der Wohntrakt mit Kaminen, Aborten
und einem Küchenraum. Ein Ziehbrunnen befindet sich auf der Ostseite des
Hofes neben einer kleinen Kapelle, die mittlerweile restauriert zur Zeit
Rahns völlig ruiniert war.
Der massive Hauptturm in der Nordostecke der Anlage, offenbar der zuerst
errichtete Bau, umfasst heute vier Geschosse. Auch er war zum Wohnen
eingerichtet, über seine ursprüngliche Höhe und die Gestaltung seines oberen
Abschlusses (Dach, Zinnen, Maschikulis?) liegen keine eindeutigen Hinweise
vor.
Südlich und westlich der Kernburg haben sich Reste von Zwingeranlagen und
Nebenbauten erhalten. Sie gehören zu einem vielleicht unfertig gebliebenen
Vorburgbereich. Auf der Ostseite, wo ein Angreifer ebenen Zugang zur Burg
gefunden hätte, müsste eigentlich ein Graben erwartet werden. Ein solcher
ist aber offensichtlich nie in den Fels gehauen worden.
Im Castello di Sasso Corbaro sind heute die «Sala Emma Pogta» (17.
Jahrhundert) sowie verschiedene Ausstellungs und Begegnungsräume
untergebracht. Die Umbauten der Räumlichkeiten erfolgten unter der Leitung
von Tita Carloni (1963-64) und Paola Piffaretti (1998-2004). |
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