Schweiz

Tessin

 

Burg Nr. 339

Castello di Sasso Corbaro

Besucht am: 20.05.2007

 

   

 

   
                 
     

     
                 

Bewertung:
Baujahr, erstmalige Erwähnung:  
Zerstört:  
LK. Koordinaten: West-Ost. 722.860  Süd-Nord. 116.430
Gründer:  
Ortschaft:

6500 Bellinzona

 
Grundriss, Standort der Anlage:
 
 
 

 

 

Heute ist das Schloss ein Museum. Öffnungszeiten:
April-Okt Di-So 9-12, 14-18 Uhr, Winter Di-So 9-12, 14-17 Uhr

 

Kein Absturzgefahr.

 

Vor der Burg,

GPS: N: 46°11`16 /  O: 9°01`53

 

Restaurant in der Burg, Ja.

Feuerstelle bei der Burg. Nein.

 

Bauweise:    
Höhe: m.ü.M GPS: N: 00°00.000 /  O: 0°00.000
Burgentyp:    
Ja Ja
 
 
Länge: m ca. 30 Min vom Bahnhof aus
Wanderzeit: min Schwierigkeit: Leicht
 

 

 

Auf dem höchsten Punkt des Felsrückens, über den sich die Befestigungsanlagen von Bellinzona verteilen, erhebt sich, ca. 600 m südöstlich der Stadt, die Feste Sasso Corbaro (nach 1506 Schloss Unterwalden, 1818 Castello Sta Barbara).

 
14 Jh.

Nach einer Notiz aus der Mitte des 15. Jahrhunderts soll um 1400 auf dem Hügel von Sasso Corbaro schon einmal ein wehrhafter Turm gestanden haben.

 
1478

Verschiedentlich regten im späteren 15. Jahrhundert Mailänder Sachverständige an, den Platz wieder zu befestigen, da er im Sperriegel von Bellinzona eine Lücke offen lasse, durch die räuberische Kriegergruppen der Eidgenossen in mailändisches Gebiet eindringen könnten. Mit dem Bau wurde erst nach 1478 begonnen.

 
1479

Schon 1479 konnte eine erste kleine Besatzung in der noch unvollendeten Anlage Quartier beziehen. Gebaut wurde anscheinend bis um 1481/82

 
1494

Die kleine Feste diente in Friedenszeiten auch als Gefängnis, das aber, wie die Flucht eines Häftlings im Jahre 1494 beweist, keineswegs ausbruchsicher war.

 
16/17 Jh.

Blitzschläge setzten im 16. und 17. Jahrhundert dem Bau wiederholt zu,

 
1900

Und gegen 1900 bot er sich als vom Zerfall bedrohte Ruine dar. Die an sich verdienstvollen Sicherungsarbeiten unseres Jahrhunderts haben leider wichtige baugeschichtliche Befunde stark verwischt, so dass wir für eine Beschreibung des Originalzustandes auf die Beobachtungen von JR. RAHN (um 1889) zurückgreifen müssen.

 
1998-2004

Im Castello di Sasso Corbaro sind heute die «Sala Emma Pogta» (17. Jh.) sowie verschiedene Ausstellungs und Begegnungsräume untergebracht. Die Umbauten der Räumlichkeiten erfolgten unter der Leitung von Tita Carloni (1963-64) und Paola Piffaretti (1998-2004).

 
 

Quellen:

 
 
Letzte Aktualisierung: 22.12.2010 Fehler entdeckt?
 

 

 

Die Hauptburg bildet ein Quadrat von ca. 25 m Seitenlange, aus dem in der Nordost und Südwestecke Vierecktürme von ungleicher Grösse vorstehen. Das Festungsgeviert die Mauerstärke schwankt zwischen 1,8 m auf der Ostseite (Angriffsfront) und ca. 1 m auf den übrigen Seiten war für eine Rundumverteidigung konzipiert. Die Mauer trägt allseitig einen Wehrgang, der mit Maschikulis und Schwalbenschwanzzinnen ausgestattet ist. Den gleichen Mauerabschluss zeigt auch der kleine Turm in der Südwestecke.
Der Eingang zur Hauptburg befindet sich in der talseitigen Westfront. Er weist noch die Spuren eines Fallgatters sowie einer Vernegelungsvorrichtung auf und führt in einen rechteckigen Innenhof. Dessen Süd und Westseite wird von einem inwendig an die Umfassungsmauer gelehnten Wohntrakt gebildet, Über den zwei Geschossen spannte sich ursprünglich ein Giebeldach, das unterhalb des Wehrganges ansetzte. Ausgestattet war der Wohntrakt mit Kaminen, Aborten und einem Küchenraum. Ein Ziehbrunnen befindet sich auf der Ostseite des Hofes neben einer kleinen Kapelle, die mittlerweile restauriert zur Zeit Rahns völlig ruiniert war.
Der massive Hauptturm in der Nordostecke der Anlage, offenbar der zuerst errichtete Bau, umfasst heute vier Geschosse. Auch er war zum Wohnen eingerichtet, über seine ursprüngliche Höhe und die Gestaltung seines oberen Abschlusses (Dach, Zinnen, Maschikulis?) liegen keine eindeutigen Hinweise vor.
Südlich und westlich der Kernburg haben sich Reste von Zwingeranlagen und Nebenbauten erhalten. Sie gehören zu einem vielleicht unfertig gebliebenen Vorburgbereich. Auf der Ostseite, wo ein Angreifer ebenen Zugang zur Burg gefunden hätte, müsste eigentlich ein Graben erwartet werden. Ein solcher ist aber offensichtlich nie in den Fels gehauen worden.
Im Castello di Sasso Corbaro sind heute die «Sala Emma Pogta» (17. Jahrhundert) sowie verschiedene Ausstellungs und Begegnungsräume untergebracht. Die Umbauten der Räumlichkeiten erfolgten unter der Leitung von Tita Carloni (1963-64) und Paola Piffaretti (1998-2004).