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Anfangs waren Ritter einfach nur Krieger zu Pferde,
doch etwa vom 11. Jh. an mussten sie sich an bestimmte Gebote und Tugenden
halten, zu denen Treue, Gehorsam und Schutz der Schwachen zählten. Unter dem
Einfluss christlicher Bildung wurde von Rittern nun höfliches und vornehmes
Benehmen erwartet - höflich, weil sie ihr Leben an den Höfen, also auf
den Burgen der Mächtigen und Reichen, zubrachten. Sie Sahen als einer
adligen, höheren Schicht des Volkes angehörend, Zwar fühlten sich die Ritter
den ritterlichen Idealen verpflichtet, Brutalität, Raub und Erpressung
wurden aber deswegen nur Selten verhindert. |

Ritter mit Pferd |
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Hofnarr |
Der Ritter Lebte in einer Gesellschaft, die ganz
anders war als unsere heute. An der Spitze eines jeden Landes stand ein
Herzog, Fürst, König oder Kaiser. Man glaubte, er allein habe das
gottgewollte Recht zu herrschen. Der Herrscher gab den Adligen seines Landes
Privilegien gab den Grundbesitz und dafür dienten sie ihm und zogen im
Kriegsfall für ihn ins Feld. |
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Wie
wurde man überhaupt Ritter ?
Um Ritter zu werden,
musste der Sohn eines Adligen, eine lange Ausbildung durchlaufen.
Bereits im Alter von sieben Jahren trat er als Page in den Hofdienst
eines Fürsten. Mit 14 Jahren wurde er dann in den Rang eines Knappen
erhoben und musste das Kriegshandwerk und die Kunst der Jagd erlernen.
Außerdem hatte er seinen Herrn auf Feldzügen zu begleiten, wo er ihm die
Lanze und sein Schild trug und ihm beim Anlegen der Rüstung behilflich
war. Nach 14 Jahren Ausbildung wurde dem Knappen in einer heiligen
Zeremonie, der so genannten "Schwertleite", das Ritterschwert umgelegt.
Ab dem 12. Jahrhundert nannte man diese Erhebung in den Ritterstand auch
den Ritterschlag. Mit ihm bekam der Junge Ritter das Recht ein Lehen zu
erhalten und im Turnier mitzukämpfen. |
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Fürst mit Pferd |
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Ritterschwur
Als Ritter war man zwar sein eigener Herr, hatte aber
viele Pflichten zu erfüllen, an die man durch den Ritterschwur gebunden war
Ich
gelobe, die Schwachen zu verteidigen.
Ich
gelobe, die Kirche zu schützen, ihre Lehren zu glauben und ihre Gebote zu halten.
Ich
gelobe, die Pflichten meinen Lehnsherrn gegenüber zu erfüllen.
Ich
gelobe, allen gegenüber freimütig und großzügig zu sein.
Ich
gelobe, immer gegen Ungerechtigkeit und für das Recht zu kämpfen.
Ich
gelobe, immer zu meinem Wort zu stehen.
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In diesem Schwur waren die ritterlichen Tugenden
festgeschrieben. Edelmut, Tapferkeit, Loyalität und Großzügigkeit waren die
obersten ritterlichen Ideale. Er musste seinem Dienstherrn treu sein, tapfer
sein, christliche Heiligtümer, Priester, Mönche und Nonnen beschützen,
Ungläubige bekämpfen, gegen Arme freigiebig sein, Kranken beistehen, maßvoll
und besonnen handeln, großmütig und freigiebig sein. Er sollte sich jedem
gegenüber höflich benehmen und sich gegen Frauen ehrerbietig zeigen.
Diese Tugenden stellten sehr hohe Anforderungen an einen Einzelnen, zu
hohe. Doch der Traum vom Rittertum begeisterte die Menschen im Mittelalter
und macht es auch noch heute. |
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Ritterorden
Die schönste Blüte des Rittertums waren die drei
geistlichen Ritterorden. Es waren Verbindungen von Rittern, die durch
andächtigen Glaubenseifer und unerschütterliche Tapferkeit das Muster echt
christlichen und ritterlichen Sinnes gewesen sind, nämlich die Johanniter,
die Tempelritter und der deutsche Ritterorden. |
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Alexander (Newskij) Russlands
berühmtester Ritter, Um 1218-1293 |
Alexander, war der zweite
Sohn des Grossfürsten Yaroslaw. Im Jahre 1240
besiegte er die Schweden an der Newa und erhielt so seinen Beinamen. Im
Jahre 1242 siegte er über den Deutschen Orden
in der "Eisschlacht am Peipussee". Er mußte jedoch Tribut an die Tataren
zahlen, die zu der Zeit weite Teile Rußlands beherrschten. |
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Clare, Richard von (Starkbogen) gest. 1176. |
Starkbogen war der Sohn des ersten Grafen von Pembroke, einem von den
Normannen eroberten Gebiet in Südwales. im Jahre 1168
forderte Dermont, König von Leinster, Starkbogen auf, ihn im Kampf gegen ein
anderes irisches Königreich, Connaught, zu unterstützen. Starkbogen
überquerte 1170 die See nach Irland, nahm
Dublin und Waterford ein und heiratete Dermonts Tochter. Damit begann die
Normannenherrschaft in Irland. |
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Richard I. von England, "Löwenherz" (1157-1199) |
Der Sohn von Heinrich II. und Eleanor von Aquitaine war
ein berühmter Ritter und Herrscher, der vor allem wegen seiner Rolle in der
Kreuzzugszeit bewundert wurde. Allerdings konnte er Jerusalem nicht
einnehmen und schloss schliesslich Frieden mit Saladin. Auf dem Heimweg
wurde er von Leopold, Herzog von Österreich, gefangen genommen und an seinen
Feind, den Keiser Heinrich IV. , ausgeliefert. Das englische Volk musste für
seine Freilassung eine sehr hohe Summe zahlen. |
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Johann von Böhmen (1346-1396) |
Der Sohn des Grafen Heinrich III. von Luxemburg, Johann,
kämpfte für die Bayern und in Italien und wurde König von Böhmen (heute Teil
der Tschechischen Rep.). Obwohl er bei einem Turnier erblindet war, führte
er 1346 500 Ritter nach Crécy, wo er für den französischen König Philip V.
kämpfte. Da er nichts sehen konnte, liess Johann seine Zügel an die seiner
Ritter binden und stürzte sich ins Kampfgetümmel, wo er mit seinem Schwert
um sich schlug. Er wurde in Stücke gehackt. |
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