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Auf den Hund kommen |
Arm werden, sein Vermögen
verlieren. Die Bodenplatte von Vorratsbehältern und
Truhen waren meist mit figürlichen Zeichnungen, oft
mit einem Hund verziert, der den Besitzer aufmerksam
machen sollte, dass der Vorrat zur Neige geht. Wer
also seine Vorräte soweit verbraucht hatte, dass er
den Hund sehen konnte, war auf den Hund ekommen und
somit arm geworden. |
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Das
geht auf keine Kuhhaut |
kommt aus dem Mittelalter.
Damals dachten die Leute, dass all ihre Sünden
aufgeschrieben würden. Pergament zum Schreiben wurde
aus Tierhaut gewonnen. Eine Kuhhaut war wohl die
grösste Tierhaut, die es gab. Der Spruch sagt also
aus, dass jemand viele Sünden begannen hatte.
Soviele, dass sie nicht einmal auf einer Kuhhaut
Platz fanden. |
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Das Recht mit Füßen treten |
Nach einem mittelalterlichen Strafbrauch mussten
Wucherer und Ehebrecher an drei Sonntagen hintereinander barfuss um die
Kirche gehen, sich dann hinlegen und die Leute über sich treten lassen,
damit wurde symbolisch das getretene Recht durch die gleiche Vergeltung
wiederhergestellt. |
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Den Löffel abgeben |
Im Mittelalter besass jeder Bürger seinen eigenen
Löffel, den er immer bei sich trug. Auswärts wie zuhause wurde immer mit dem
eigenen Löffel geges-sen. Starb jemand, brauchte er den Löffel ja nicht
mehr, er konnte ihn somit abgeben... |
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Den Nagel auf den Kopf treffen
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Genau treffen. Im Mittelpunkt einer Zielscheibe, wo
sich heutzutage ein kleiner Kreis mit einer 12 befindet, war früher ein
Nagel eingeschlagen. Wer den Nagel auf den Kopf traf, hatte also genau
getroffen. |
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Die Katze im Sack kaufen |
Im Mittelalter wurden Ferkel, Hasen oder Kaninchen zum
Verkauf in einen Sack gesteckt. Handelte der Verkäufer betrügerisch, so
steckte er stattdessen eine wertlose Katze in den Sack. Der unachtsame Kunde
kaufte dann die Katze im Sack |
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Die Tafel aufheben
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Wenn im Fürstenhaus eine Mahlzeit beendet war, kam die
Dienerschaft und hob die Tischplatte, die auf Holzblöcken auflag, mit samt
den Speiseresten und dem benutzen Geschirr hoch und trug sie zur Tür hinaus.
Hiermit war die Tafel aufgehoben und die Mahlzeit beendet |
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Du kannst mich am Arsch lecken |
Soll eine Entwürdigung und Demütigung sein. Es war
früher kein Kraftwort . Die Weisung des nackten Hinterns war eine
Abwehrgebärde mit zauberischen Hintergrund. Glaubte man einer Hexen und den
Teufel zu begegnen, murmelte man den Spruch mehrmals vor sich hin. |
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Durch die Lappen gehen |
Verloren gehen, entkommen. Früher wurden bei
Treibjagden häufig Lappen und Tücher aufgehängt, um das getriebene Wild in
bestimmte Richtungen zu leiten und am seitlichen Ausbrechen zu hindern. Zu
diesem Zweck wurden an Bäumen und eigens eingeschlagenen Pfählen lange
Schnüre gespannt, an denen in regelmäßigen Abständen bunte Stofflappen oder
Federbüschel befestigt waren. Die vom Wind bewegten Lappen übten auf das
Wild eine Schreckwirkung aus und scheuchten es in die gewünschte Richtung.
Wenn flüchtiges Wild trotz der Einlappung seitlich ausbrach, ging es durch
die Lappen und entging somit den schussbereiten Jagdherren. |
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Einen Zahn zulegen |
In den Burgküchen hingen die
großen Töpfe an gezackten, einem Sägeblatt ähnlichen Eisenschienen, mit
denen man die Höhe der Töpfe über dem Feuer regulieren konnte. Wenn man also
früher einen Zahn zulegte, hieß das, den Topf näher ans Feuer hängen, um die
Speisen schneller zu garen. |
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Etwas an die grosse Glocke
hängen |
Die Glocke rief im Mittelalter zu
Gerichtsversammlungen. Dort wurden private Fehden dann öffentlich
ausgetragen und gelegentlich auch aufgebauscht. Wer die große Glocke
läutete, wusste um diese Konsequenz und nahm sie in Kauf. |
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Etwas anzetteln |
Stammt aus der Fachsprache der Weber. Den Anfang eines
Gewebes herrichten, die Fäden aufspannen, wobei mit Zettel nicht die
Papierzettel gemeint waren, sondern die Längsfäden. |
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Etwas auf die lange Bank
schieben |
Früher
waren in den Sälen kurze Bänke in der Mitte des
Raumes aufgestellt. Auf der Seite stand eine lange
Bank. Diejenigen, die sich bei der Versammlung über
irgendetwas nicht einig wurden, mussten sich auf die
lange Bank setzen und nach Beendigung der
Versammlung solange bleiben, bis eine Lösung
gefunden war. |
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Etwas im Schilde führen |
Am Wappenbild eines
Schildes konnte der Wächter einer Burg ablesen, was der nahende Reiter im
Schilde führte, ob er Freund oder Feind war. |
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Fersengeld geben |
Bußgeld für rechtswidriges Verlassen des Ehegatten b:
Statt mit einer gültigen Münze zu zahlen, gab der fliehende Fersengeld c:
Tritt auf die Ferse des Vordermannes. Es gibt einige Möglichkeiten, aber in
den meisten Fällen handelt es sich bei der Bedeutung jedoch um Flucht. |
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Hand und Fuß haben |
Stammt aus dem Mittelalter. Der Ritter hatte Hand
und Fuß, wenn die rechte Hand zum Schwert tragen
geeignet war und der linke Fuß, um das Pferd zu
besteigen |
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Jemandem die Stange halten |
Umgangssprachlich; Im
Mittelalter war es bei Zweikämpfen üblich, dass ein
Vertrauter mit einer Holzstange rettend eingreifen
durfte |
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Jemandem einen Korb geben |
War ein
Freier unerwünscht, wurde ein Korb mit lockerem
Boden aus dem Fenster hinunter gelassen. Der Boden
brach dann unter dem Gewicht des Freiers, der in den
Korb gestiegen war, durch. |
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Mit jemandem ist nicht gut Kirschen essen |
Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Da die
Kirschen teuer waren, konnten sich nur wohlhabende Menschen diesen Luxus
leisten. Manchmal versuchten auch einfache Leute, sich zu den vornehmen
Menschen zu gesellen, um Kirschen essen zu können. Wenn diese das merkten,
bespuckten sie die armen Menschen mit Kirschkernen |
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Mit Kind und Kegel |
Mit der ganzen Familie und Gepäck. Eigentlich meinte
man mit ehelichen und unehelichen Kindern. Kegel wird im Vokabular von 1482
als uneheliches Kind erklärt. |
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Nicht viel Federlesen machen |
Im Mittelalter galt es als niedrige
und kriecherische Schmeichelei, Höhergestellten die angeflogenen Federchen
von den Kleidern zu lesen. |
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Schwein gehabt |
Bei den
mittelalterlichen Spielen bekam der letzte Ritter
eine Turniers als Trostpreis eine Sau geschenkt. Ein
Schwein war damals sehr wertvoll. Deshalb sagt man
auch heute noch zu jemandem, wenn er unerwartetes
Glück hat: "Schwein gehabt". |
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Steinreich |
Im frühen Mittelalter haben die einfachen Leute ihre Häuser aus Lehm oder
Holz gebaut. Später kam das Fachwerkhaus auf. Nur wer reich war, konnte sich
ein aus Steinen gebautes Haus leisten. Daher der Βegriff „steinreich“ |
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Süßholz raspeln |
Früher wurde aus den
zuckerhaltigen Wurzelstöcken des Süßholzes Drogen, Süß- und Genussmittel
hergestellt. |
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Torschlusspanik haben |
Umgangssprachlich; stammt aus
dem Mittelalter. Die Stadttore wurden am Abend
geschlossen, sodass zu spät Kommende die Nacht vor
der Stadt im Freien verbringen mussten und dadurch
vielfältigen Gefahren ausgesetzt waren |
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Über Stock und Stein |
Im Mittelalter wurden die
Gemeindegrenzen mit Stöcken und Landesgrenzen mit
Steinen gekennzeichnet. Wenn jemand über "Stock und
Stein" lief, hatte er also eine Grenze überschritten |
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Von Tuten und Blasen keine
Ahnung haben |
Tuten und
Blasen waren die Hauptaufgaben des Nachtwächters,
eine der untersten Berufsgruppen im Mittelalter. Wer
nicht einmal für diese Aufgaben befähigt war, mußte
besonders dumm sein. |
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Quellen: |
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