Schweiz

Solothurn

 

Burg Nr. 214

Ruine Balm

Besucht am:

21.05.2003

 

 

 
           

 
Bewertung:
Baujahr, erstmalige Erwähnung:  Im 11.Jh. errichtet.
Zerstört:  
Parkplätze Koordinaten: GPS: N: 47°26`20 /  O: 7°56`53
LK. Koordinaten: West-Ost. 608  Süd-Nord. 233
Gründer: Freiherren von Balm
Besucht am: 20.02.2005
Ortschaft: 4525 Balm b. Günsberg
Infos:

Jederzeit zugänglich über steilen Aufgang in der Felswand. Die Stufen der in den Fels gemeisselten Treppe sind stark verwittert. Es befindet sich ein Geländer an der Felswand. Vorsicht bei feuchten Stufen: Rutschgefahr.!!!!

 

 

 

Die Ruine einer imposanten Grottenburg liegt am Fusse der Balmfluh. Die Freilegungsarbeiten und Teilrestaurierung fanden  1939/1941 statt. leider nur ungenügend dokumentiert - deutet auf eine weitläufige, mittelalterliche Wehranlage hin, die sich in drei Teile gliedert: 1. Vorburg mit Oekonomiegebäude am Fusse des Burgfelsens.2. Langgestreckter Aufgang über eine Felsrampe. 3. Kernburg im Bereich der natürlichen Grotte, die der Festung den Namen gegeben hat.

 
 

Die nur unsystematisch gesammelten Bodenfunde (Hist. Mus. Olten) belegen eine Besiedlung der Burg Balm zwischen der Jahrtausendwende und der Mitte des 15. Jahrhunderts. Mutmassliche Erbauer sind die edelfreien Herren von Balm, die im Jahrzeitenbuch von Flumenthal (wohl 12. Jh.) mit Fridericus von der Hüli und dessen Sohn Guntram erstmals erwähnt werden. Burkart von Balm ist urkundlich um 1200 bezeugt. Die Burg Balm bildet den Mittelpunkt einer kleinen, erst im Spätmittelalter näher fassbaren Rodungsherrschaft, die ungefähr mit dem späteren Gemeindebann Balm identisch ist.

 
 

Das Besitzschwergewicht der Freiherren von Balm liegt indessen im Oberaargau, wo im 13. Jh. als Herrschaftszentrum und bevorzugter Wohnsitz des Geschlechtes die Feste Altbüron bezeugt ist. Balm wird damals wohl nur noch von Dienstleuten bewohnt. Verwandtschaftliche Beziehungen, vielleicht sogar Stammesgleichheit mit den führenden Familien edelfreien Standes im Oberaargau, mit den Altbüron, Langenstein, Grünenberg etc., sind anzunehmen.

 
1150

Die Unsicherheit der Quellenlage gestattet indessen keine sicheren Schlüsse auf die Herkunft der Freiherren von Balm. Möglicherweise handelt es sich bei dem Geschlecht um einen Nebenzweig des Hauses Altbüron. Nach dem Aussterben der Hauptlinie um 1150 scheint jedoch deren Stammgut im Oberaargau erbweise an den Nebenzweig gefallen zu sein. Ministerialgeschlechter der Balm sind im Oberaargau sesshaft.

 
1306

Freiherr Rudolf von Balm war der Bekannteste der Familie. Rudolf begleitete König Albrecht von Habsburg nach Böhmen, wo er 1306 an dessen Seite in den Krieg zog.

 
1308

Verwandtschaftliche Bindungen und partikularistische Interessen veranlassen 1308 Rudolf von Balm, sich am Attentat gegen König Albrecht zu beteiligen. Ob wegen der über die Mörder ausgesprochenen Reichsacht die Burg Balm zerstört worden ist, bleibt offen.

 
1320

Über die Aufteilung des konfiszierten Familiengutes erhebt sich ein längerer Rechtsstreit. Graf Otto von Strassberg erhält u.a. die Herrschaft Balm als Reichslehen zugesprochen, veräussert jedoch den Güterkomplex mit der Burg um 1320 an Ritter Pantaleon von Gebstrasse,

 
1327/36

Geht die Herrschaft an die Grafen von Nidau über.

 
1374/76

1374 und 1376 Erwerbung der Feste Balm durch Peter Schriber von Solothurn und dessen Sohn Petermann.

 
1400

Die Burg befindet sich um 1400 in einem verwahrlostem Zustand.

 
1411

Deren Erbe, Arnold Bumann, verkauft 1411 alle seine Rechte auf Balm an Solothurn. Oesterreich, an das die noch bestehenden Nidauer Rechte gefallen sind, macht keine Ansprüche mehr geltend.

 
1417

Wie die Stadt Solothurn um 1417 die Feste Balm gegen einen jährlichen Zins dem Hans Sigrist aus Naters verleiht, verlangt sie eine gründliche bauliche Instandsetzung. Sigrist erfüllt diese Verpflichtung nur unzureichend.

 
1421

Erhält er Aufschub bis in den nächsten Frühling, um mit den Bauarbeiten zu beginnen.

 
1450

Obwohl die Bodenfunde eine Belegung der Burg bis gegen 1450 bezeugen, scheint Schriber keine grösseren Instandstellungsarbeiten mehr ausgeführt zu haben. Seit der Mitte des 15. Jh. ist die Burg eine Ruine.

 
 

Bezugsquelle: Burgen von A-Z / A. Meyer / Basel 1981