Schweiz

Basel-Land

 

Burg Nr. 241

Ruine Burghalden

Besucht am:

12.06.2005

 

     

     
        Schildmauer Nordöstlicher  Turms      
     

 

     
          Kapelle      

 

 
Bewertung:  
Baujahr, erstmalige Erwähnung: 10-12 Jh.
Zerstört: ?
Parkplätze Koordinaten: Beim Oesliweg
LK. Koordinaten: West-Ost. 622.250  Süd-Nord. 260.480
Gründer:
Ortschaft: 4410 Liestal
Infos: Immer zugänglich
Anfahrt:

Liestal, über Fraumattstr Oberer Burghaldenweg, den Schilder Burghalden folgen.

 

 

Grundriss:

 

 

 

891

In Frage käme aber auch jener Graf Chadaloh, der in einer Urkunde von 891 als Inhaber der gräflichen Gewalt genannt ist. Er ist ansonsten als Graf im Schwarzwälder Alpgau belegt und gehört mit grösster Wahrscheinlichkeit jener Familie der «Bertolde» an, aus der später die Herzöge von Zähringen hervorgingen. Er darf als Interessenvertreter des deutschen Königs Arnulf in unserer Region gelten.

 
1189

Wenige Jahre vor der Gotthardpass Eröffnung wird Liestal (damals Lihstal) erstmals Urkundlich erwähnt.

 
1240

Hartman IV. von Froburg baut Liestal zu einer befestigten Ansiedlung aus.

 
 

Seit langem ist die Burghalde als Standort einer Befestigungsanlage bekannt. Ihrer Grösse wegen wurde sie oft als Fluchtburg aus der Bronze- oder Eisenzeit angesehen, in welcher die Bewohner der Umgebung in Notzeiten hätten Schutz finden können.

 
 

Der Grundriss von Burghalden ist einzigartig. Bei einer Gesamtlänge von insgesamt 150 Metern ist die Burg in eine rechteckige Hauptburg von 40 mal 25 Metern und eine Vorburg geteilt, die den ganzen Sporn umfasst. Die Hauptburg wird bergseits durch eine Schildmauer mit zwei vorgelagerten Gräben und einen Turm im Nordosten befestigt, die Vorburg ist von einer Ringmauer umgeben, die zum Teil nur noch in Spuren vorhanden ist. In der Südwestecke befand sich eine Kapelle, südlich schliesst die Toranlage an. Die Innenbebauung der Hauptburg ist unbekannt. Ausserordentlich interessant ist die Kapelle: Es ist die einzige als Grundriss erkennbare Burgkapelle in unserer Region. Die massstäbliche Aufnahme der Mauern zeigt einen komplizierten Bauablauf, der zum Teil auf die besondere topografische Situation zurückzuführen ist.

 
 

Wie häufig bei frühen Burganlagen sind auch im Falle von Burghalden keinerlei Hinweise auf Erbauer und Bewohner überliefert.

 
 

Wir müssen bei der Suche nach der Bauherrschaft von der Anlage selbst ausgehen und versuchen, sie in der damaligen politischen Umgebung zu verankern. Von der Grösse und vom Grundriss her ist die Burg nicht nur für unsere Gegend aussergewöhnlich. Selbst die gewaltige Stammburg der Grafen von Frohburg oberhalb Trimbachs erreicht die Längsausdehnung von Burghalden nicht!

 
 

Im 10. Jahrhundert gehörte unsere Gegend zum Königreich Burgund, das sich von der Mündung der Aare in den Rhein bis zu jener der Rhone ins Mittelmeer erstreckte. Sie lag aber auch im Interessengebiet der Mächtigen im Elsass und im Herzogtum Schwaben. Nach der Jahrtausendwende geht Burgund an das römisch-deutsche Reich. In diesem Umfeld ist die Gründung der grossen Burganlage an einer ausserordentlich exponierten Stelle zu sehen. Es spricht viel dafür, dass bei der Gründung der Burg das burgundischen Königtum massgeblich beteiligt war.

 
1960

Die Planung der Deponie Lindenstock Mitte der 1960er Jahre sah eine sechs Meter breite Zufahrtsstrasse vor. Dieser Eingriff hätte den grössten Teil der Ruine zerstört! Dank dem Einsatz von Theodor Strübin konnte eine Einbahnregelung durchgesetzt werden, welche die Strassenbreite auf lediglich drei Meter beschränkte, so dass der Strassenbau nicht die Zerstörung der ganzen Burg bedeutete.

 
1978

Eine weitere Grabung im westlichen Teil der Hauptburg legte 1978 den Grundriss einer Kapelle frei. Ausserdem konnte in der Trennmauer zwischen Vor- und Hauptburg ein schmaler Tordurchgang festgestellt werden.

 
 

Literatur: Werner Meyer, Burgen von A bis Z, und Info Tafel