Schweiz

Wallis

 

Burg Nr. 186

Ruine La Batiâz

Besucht am: 04.10.2004

 

   

   
      Rundturm          

 
Bewertung:
Baujahr, erstmalige Erwähnung: 11 Jh.
Zerstört: 1518
Km-Koordinaten:  
LK. Koordinaten: West-Ost. 571  Süd-Nord. 106
Gründer:  
Ortschaft: Martigny

Erreichbar ist die Ruine über die  Rue de Lèman, dan in die Rue de la Bâtiaz, ca. 30 min Fussweg.

Infos:  
Grundriss:
 

 
 

 

6 Jh.

Octodurus, wie Martigny in römischer Zeit hiess, verfügte über ein Amphitheater, und war bis ins 6. Jhdt. Bischofssitz. Obwohl die Bischöfe von Octodurus im Frühmittelalter ihren Sitz talaufwärts nach Sion (Sitten) verlegten

 
11 Jh.

Bei archäologischen Untersuchungen ist man am Turmfuss der Burg La Bâtiaz auf die Fundamente eines Gebäudes gestossen, das vermutlich im 11. Jhdt. errichet wurde und ein Vorläufer der heute sichtbaren Festung gewesen sein könnte.

 
13 Jh.

Im 13. Jhdt. bildete La Bâtiaz das Zentrum der bischöflichen Herrschaft um Martigny.

 
1260

Im Interregnum des deutschen Reiches versuchten die Grafen von Savoyen wie so viele andere Fürsten jener Zeit ihre Güter und Rechte kräftig auszubauen. Peter II. von Savoyen geriet dabei in Konflikt mit dem Bischof von Sion, weil er seine Güter im Aostatal mit jenen im Wallis zu vereinigen versuchte. Im Verlauf der Fehde eroberte der Graf die bischöfliche Burg La Bâtiaz und konnte in der Friedensvereinbarung von 1260 seinen Anspruch darauf durchsetzen.

 
1268

Bis 1268 verlieb La Bâtiaz als bischöfliches Pfand im Besitz der Savoyer, weitere Ausbau der Anlage (runden Donjon).

 
1281

Nach dem Tod Peters II. fiel La Bâtiaz an den Bischof zurück und wurde von diesem weiter verstärkt. Auch der Rundturm wurde 1281 deutlich erhöht.

 
1350

Um die Mitte des 14. Jhdt. musste der Bischof jedoch erneut um seine Rechte in Martigny kämpfen, gegen Savoyen und Peter von Turn. Die bischofsfeindliche Partei scheint La Bâtiaz bereits erobert zu haben, als sich die kriegsmüde gewordene Bevölkerung 1350 unter den Schutz von Savoyen stellte. Der Bischof verlor damit sein Anrecht auf die Burg.

 
1475-1476

Die Grafen von Savoyen setzten Beamte auf die La Bâtiaz, unterhielten die Festung aber schlecht. Als sie sich in den Burgunderkriegen von 1475-1476 auf die Seite von Karl dem Kühnen und damit gegen die Eidgenossen stellten, eroberten die Walliser kurzerhand die Burg und verwüsteten sie schwer.

 
16 Jh.

Als sich im frühen 16. Jhdt. Kardinal Schiner und Georg Supersaxo um den Bischofsstuhl bekriegten, war das Schicksal der bereits verwahrlosten Burg besiegelt.

 
1518

Drangen die Anhänger Supersaxos in die Festung ein und legten Feuer. seither Ruine.

 
1998

Wurde eine lokale Gesellschaft zur Erhaltung und Aufwertung der Burgruine gegründet.

 
1998/2003 Von 1998-2003 wurden umfassende Restaurationsarbeiten durchgeführt.  
 

Quellen: MEYER, Werner. Burgen der Schweiz, Band 4.Angaben Informationstafel auf der Burg

 
 
Letzte Aktualisierung: 02.01.2011 Fehler entdeckt?