Elsass

Leymen

 

Burg Nr. 15

Ruine Landskron

Besucht am:

 

   

   
    Pulverturm Pulverturm vom Aussenhof aus.     Vorwerk im Osten    
   

   
          Überwölbter Aufgang      
   

 

   
    Pulverturm und Artillerieplattform mit Zinnen     Winter 2009      
   

   
    Winter 2010            

Bewertung:
Baujahr, erstmalige Erwähnung: 1297
Zerstört: 1813/14
LK. Koordinaten: West-Ost. 603.930 Süd-Nord. 259.730
Gründer:  
Ortschaft:

68220 Leymen

 
Grundriss, Standort der Anlage:
 

 
 
 

 

Die Burg ist immer zugänglich

 

Kein Absturzgefahr.

 

In der nähe der Ruine

GPS: N: 00°00.000 /  O: 0°00.000

 

Restaurant in der Burg, Nein.

Feuerstelle bei der Burg. Ja 5x

 

Bauweise:    
Höhe:  m GPS: N: 00°00.000 /  O: 0°00.000
Burgentyp:    
Ja Ja (Nur mit Hilfe)
 
 
Länge: 300 m

Von dort ist ein Fussweg zur Burg ausgeschildert

Wanderzeit: 15 min Schwierigkeit: mittel
 

 

 

Die Fassade des herrschaftlichen Wohntraktes (Palas) stammt aus der Renaissance. Der Aussichtsturm bietet einen Rundblick über die Vogesen bis zum Schwarzwald und das Jura.     Pro Landskron

 
13.Jh.

Die Burg wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf einem Kalkfelsen erbaut.

 
1297

Die Landskron hat schon bei ihrem Bau eine Fehde ausgelöst. Eine Urkunde aus dem Jahre 1297 verkündet nämlich, dass die Gebrüder Viztum, Ritter von Basel, den Landskronberg mit dem „Bu der nu daruff ist“ dem Grafen von Pfirt übergeben hätten und damit wieder belehnt worden seien.

 
1316

Nach dem Erlöschen der Röttler treten 1316 die Markgrafen von Hachberg als Lehensherren in ihre Fussstapfen.

 
1356

Schäden des Erdbebens von Basel gibt's keine Unterlagen. Im Gegensatz zur Landskron wurden viele nicht wieder in Stand gestellt, denn die Entwicklung verlief ungünstig für die Burgen. Die aufkommenden Feuerwaffen bedingten laufend kostspielige bauliche Anpassungen.

 
1461

Nach dem Aussterben der Münch geht das Lehen 1461 an die Reich von Reichenstein über.

 
1468

Anlässlich des Mühlhauser Krieges, bemächtigt sich Solothurn der Landskron, muss sie aber ein Jahr später wieder preisgeben.

 
1499

Entscheiden die Eidgenossen mit der Schlacht bei Dornach den Schwabenkrieg für sich.

 
1500

Kaufen die Reich die benachbarte Herrschaft Waldegg und werden damit zusätzlich Vasallen der Habsburger.

 
1504

Erben die Markgrafen von Baden die Lehensherrschaft.

 
1515/18

Umbau der Landskron zur Festung. Mit seiner Unterstützung lassen die Reich von Reichenstein zwischen 1515 und 1518 die mittelalterliche Burg umgestalten. Der Wohnturm wird zur Artillerieplattform ausgebaut: das Obergeschoss muss Zinnen weichen und die Mauern werden bis zu sieben Metern Dicke hinterfangen.

 
1570

Um 1570 möchten die Reich die Herrschaft Landskron den Baslern verkaufen, aber Österreich verweigert die Zustimmung. Zehn Jahre später wären die Österreicher mit dem Verkauf einverstanden, aber jetzt zeigen ihnen die Basler die kalte Schulter.

 
1639

Im 30 Jährigen Krieges, geht die Landskron kampflos an die Schweden über, in deren Fussstapfen unmittelbar die Franzosen treten.

 
1648

Im Westfälischen Frieden wird die Festung dem Markgrafen zugesprochen, aber die Franzosen weigern sich, sie zu räumen. Nach langen Verhandlungen muss sich der Markgraf 1663 mit einer Rente zufrieden geben.

 
17. Jh.

Diente sie auch als Gefängnis.

 
1690

Die Um- und Ausbauten werden um 1690 aufgenommen und dauern mit Unterbrüchen bis zur Revolution.

 
1790/1808

Die Festung dient um 1790 als Lazarett und wird 1808 ein letztes Mal vor ihrer Zerstörung bildlich festgehalten.

 
1813

Im Dezember 1813 ziehen die gegen Napoleon ver-einten Bayern und Österreicher vor die Landskron und erobern die schwach verteidigte Festung an Weihnachten nach dreitägigem Beschuss. Zwei Tote und einige Verletzte sind zu beklagen. Die verlassene Festung wird von der Bevölkerung geplündert, im Februar von einer Feuersbrunst heimgesucht und Ende Juni von den Eroberern gesprengt. Die Ruine wird als Nationalgut versteigert und als Steinbruch ausgebeutet, bis sie die Familie der Barone von Reinach 1857 erwirbt und der Zerstörung Einhalt gebietet.

 
1923

Sie wird 1923 zum Monument historique classé erhoben,

 
1970/84

Was die Besitzer 1970 nicht hindert, eine Affenkolonie darauf anzusiedeln. Nach den Scheitern des Experimentes steht die Ruine 1980 zum Verkauf und kann 1984 von dem im Vorjahre gegründeten Verein Pro Landskron erworben werden.

 
2008 Sanierung der Ruine Landskron  
     
 

Ausführlich orientiert eine 1996 erschienene Publikation über die Landskron und ihre Geschichte. Sie zeigt anhand von vielen Illustrationen und Plänen die Entwicklung der Burg. Dieser Führer kann zum Preise von CHF 10.-- oder € 7.-- im Restaurant Chasseur unterhalb der Ruine, auf der Mairie Leimen, im Buchhandel oder direkt beim Verein bezogen werden.

Mit Ihrem Beitritt zum Verein unterstützen Sie unsere Bestrebungen, die Ruine zu restaurieren, zu erhalten und sie als Angelpunkt grenzüberschreitender Aktivitäten zu benützen. Noch sind grosse Teile dem Verfall preisgegeben und noch fehlen die bei dem grossen Zustrom der Besucher unabdingbaren sanitären Einrichtungen.

 
 

Quellen:

 
 
Letzte Aktualisierung: 29.01.2012 Fehler entdeckt?
 
 

 
A 1 Ehemaliger überbrückter Graben
  2 Überwölbter Aufgang
  3 Hornwerk
  4 Artilleriehangar
  5 Stall des Kommandanten
     
B 6 Tor zum Aussenhof
  7 Pulverturm und Artillerieplattform mit Zinnen
  8 Aussenhof
  9 Wohngebäude für Kommandant und Offiziere
  10 Turm mit gewölbtem Untergeschoss
  11 Unterkunft für Offiziere, Saal
  12 Festungswache
  13 Schlosskapelle St. Antonius
  14 Schuppen des Kommandanten
  15 Mehlturm mit Dreifachtor, Mühle und Unterkünfte in den Obergeschossen
C 16 Innenhof
  17 Ehemals Tretrad zur Bedienung des Sodbrunnens. Nach ca. 1700 externe Wasserversorgung.
Tretradeinrichtung ersetzt durch Schlachtraum und Magazin des Festungsbaumeisters
  18 Sodbrunnen mit Brunnenhaus
  19 Zisterne, 10.5m tief, 4.5m Ø
  20 Grosse Bastion; 3 gewölbte Räume im Erdgeschoss; Waffensaal, Magazin und Aufbahrungsraum im 1. Stock; Offiziers- und Soldatenunterkünfte sowie Gefängnisse im 2. Stock; Soldatenunterkünfte im 3. Stock
  21 Küche, Lazarett, Unterkunft des Oberchirurgen
  22 Mittelalterlicher Wohnturm, dann mit Zinnen versehen und massiv nach innen verdickten Mauern Artillerieplattform; ab 17. Jh. Staatsgefängnis
  23 Ursprünglich nur von oben zugängliches Verlies, dann Staatsgefängnis; unterer Eingang nachträglich ausgebrochen.