Mannenberg-Burgen in Zweisimmen werden untersucht und saniert
Die Burgruinen auf dem Mannenberg in Zweisimmen werden
archäologisch untersucht und in mehreren Etappen saniert.
Möglich wurde das Projekt zur Rettung der Wahrzeichen am
nördlichen Eingang des Obersimmentals dank der Stiftung Burg
Mannenberg und dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern.
Auf dem Mannenberg einem markanten Hügel am Eingang des
Obersimmentals erheben sich zwei Burgruinen. Zusammen bildeten
diese einst vielleicht eine der grössten Burganlagen des Kantons
Bern. Sie waren bis ins 14. Jahrhundert das herrschaftliche
Zentrum des Obersimmentals und gehen möglicherweise auf
burgundisches Königsgut zurück. 1350 wurden die Burgen von den
Bernern zerstört. Seither blieben sie Ruinen.
Der schlechte Erhaltungszustand vor allem des Unteren Mannenberg
war schon lange bekannt: Der Bewuchs mit Efeu Büschen und Bäumen
beschädigte das Mauerwerk. Der Mörtel in den Mauerfugen ist
ausgewittert und die Mauerkronen sind lose. Um die Burg zu
sanieren, wurde 2007 unter Mithilfe des Archäologischen Dienstes
die Stiftung Burg Mannenberg gegründet. Die Stiftung will die
Burgen bis 2010 nachhaltig sichern, in einen
burgengeschichtlichen Rundgang und damit ins Tourismuskonzept
integrieren. Das Projekt kostet rund 770'000 Franken. Dank der
Unterstützung von Bund und Kanton benötigt die Stiftung nur noch
rund 194'000 Franken an Spenden, um es zu realisieren.
Im Juni dieses Jahres ist die Sanierung des Unteren Mannenberg
angelaufen, die in zwei bis drei Etappen erfolgen wird. Die
Etappe dieses Jahres gilt der Sanierung des Rundturmes und der
ostseitigen Ringmauer. Zuerst wurden die Mauern vom Bewuchs
befreit, gereinigt, bauarchäologisch untersucht und
dokumentiert. Anschliessend werden die losen Teile der
Mauerkrone und der Mauerschalen abgebrochen, neu aufgemauert und
mit einer dauerhaften neuen Abdeckung aus Kalkmörtel versehen.
Schliesslich werden die Mauerwerksfugen neu mit Kalkmörtel
geschlossen.
Der Mannenberg erweitert die immer länger werdende Reihe von
Burgruinen, die der Archäologische Dienst in den letzten zwanzig
Jahren im Berner Oberland fachgerecht saniert hat. Jüngste
Beispiele sind der Restiturm in Meiringen, die Rothenfluh in
Wilderswil und die Burg Ringgenberg.