Schweiz

Basel-Land

 

Burg Nr.117

Ruine Jüngeres Wild-Eptingen ( Wiltwald )

Besucht am:

13.12.2003

 

 

 

 

 

 

 

 
Bewertung:
Baujahr, erstmalige Erwähnung: 1398 wird die Burg erstmals erwähnt,
Zerstört: ca. um 1487 Zerfall
Km-Koordinaten: West-Ost. 628.78  Süd-Nord. 249.12
Gründer: Herren von Eptingen
Ortschaft: 4458 Eptingen
Infos:

Von Eptingen Richtung Dietsberg, bei der Abzweigung Rechts halten nach ca. 40m nochmals Rechts, dann dem Weg zur Ruine folgen

Grundriss:  
 

 

 
 

Auf den Anhöhen rund um Eptingen finden sich die Überreste von sechs Burgen, die alle mit dem gleichnamigen Adelsgeschlecht in Verbindung gebracht werden. Gegenüber der Grottenburg Riedfluh befinden sich auf der östlichen Talseite sich die zerfallenden Überreste von zwei Wild-Eptingen genannten Burgen. Die ältere liegt 220 Höhenmeter über dem Dorf auf einer felsigen Bergspitze, weist noch Fundamentspuren eines Turmes auf, wird aber in keiner historischen Quelle erwähnt. Die jüngere Burg Wild-Eptingen, auch Witwald genannt, liegt weiter unterhalb und weist noch Überreste verschiedener Bauten auf.

Die Entstehungszeit der Burg ist unbekannt, die noch sichtbaren Mauern sind aber frühestens im 13. Jh. entstanden. Da die Herren von Eptingen wohl spätestens seit dem Scheitern des Gegenkönigtums von Rudolf von Rheinfelden die unbestrittene Vormachtstellung im oberen Diegtertal inne hatten, muss Wild-Eptingen von ihnen als Rodungsburg auf Eigengut gegründet worden sein.

Das Erdbeben von Basel, das 1356 die Stadt und viele Burgen im Umland zerstörte, muss auch Wild-Eptingen in Mitleidenschaft gezogen haben. Offenbar wurden daraufhin Ausbesserungsarbeiten und Umbauten vorgenommen. 1398 wird die Burg erstmals erwähnt, weil Günther von Eptingen dem Edelknecht Heinrich von Undervelier dessen geerbten Anteil an Wild-Eptingen abkauft. Die Festung war damals das alleinige Herrschaftszentrum der Eptinger im oberen Diegtertal, die benachbarten Burgen waren offenbar bereits zerfallen oder bedeutungslos geworden.

Im 15. Jh, als die Städte Basel und Solothurn um die Vorherrschaft in der Region zu ringen begannen, versuchten die Herren von Falkenstein für Solothurn in Eptingen Einfluss zu nehmen, blieben jedoch ohne Erfolg. Die Herren von Eptingen liessen dafür im Vorfeld der Schlacht von St. Jakob an der Birs (1444) die Basler eine Söldnertruppe in die Burg verlegen. 1487 verkaufte die Erbengemeinschaft der Herren von Eptingen die Burg samt Herrschaft an die Stadt Basel.

Wild-Eptingen befand sich wohl damals schon in schlechtem Zustand. Basel verzichtete auf eine Wiederherstellung der Anlage und liess die Herrschaft von der Farnsburg aus verwalten. Die Burg dürfte in der Folgezeit rasch zerfallen sein. 1909 wurde sie teilweise freigelegt und konserviert.

(Quelle: Werner Meyer - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio. Basel, 1981.)

 
 

Ortsgeschichte: Am Fusse des schon in der Steinzeit begangenen Jurapasses Challhöchi entstand im frühen Mittelalter die Sippensiedlung Eptingen. Reihengräber mit Beigaben bezeugen eine Besiedlung im 7. Jahrhundert. Im Jahre 1145 hiess der Ort Ebittingen, 1189 Eptingen und 1194 Eptinwin. Im Mittelalter gehörte die Gegend dem Bischof von Basel, der sie Lehensleuten überliess, die sich Herren von Eptingen nannten. Sie errichteten auf den Höhen um das Dorf ihre Stammsitze: Riedflue, älteres und jüngeres Rucheptingen, älteres und jüngeres Wildeptingen. 1981-1983 wurde unterhalb der Riedflue eine Grottenburg aus dem 11./12. Jahrhundert mit sensationellen Funden, Säulenfragmenten, vergoldetem Amulett usw. ausgegraben. Die Stadt Basel kaufte 1487 die Herrschaft Eptingen-Oberdiegten und schlug sie zum Farnsburger Amt. 1803 wurde Eptingen zum Bezirk Waldenburg umgeteilt.