Schweiz

Glarus

 

Burg Nr. 568

Letzimauer Näfels

Besucht am: 29.8/18.9.10

 

   

   
    Schweizerischer Burgenverein 3. Letzi 3. Letzi 2. Im Rautifeld 1.Im Rautifeld    

 

       

       

Bewertung:
Baujahr, erstmalige Erwähnung: 1351/52
Zerstört:  
LK. Koordinaten: West-Ost. 723.480  Süd-Nord. 214.980
Gründer:  
Ortschaft:

8750 Näfels

 
Grundriss, Standort der Anlage:
 

 

 

 

Die Letzi ist immer zugänglich

 

Kein Absturzgefahr.

 

In der Letzi 11

GPS: N: 47°06.125 /  O: 9°03.942

 

Restaurant in der Letzi, Nein.

Feuerstelle bei der Letzi. Nein.

 

Bauweise:    
Höhe: 401  m.ü.M GPS: N: 47°06.071 /  O: 9°03.986
Burgentyp:    
Ja Ja
 
 
Länge: 100 m Letzi 11
Wanderzeit: 5 min Schwierigkeit: Leicht
 

 

1351/52

In den Jahren 1351/52 begannen die Glarner mit dem Bau einer mächtigen Talsperre bei Näfels. Der Zeitpunkt der Fertigstellung ist ungewiss, sie muss aber vor 1388 erfolgt sein. Die Talsperre sollte einen Angreifer hindern, ungestört ins Glarnerland einzufallen und die Viehherden wegzutreiben. Sie wurde weder für eine Belagerung noch für die Führung eines entscheidenden Kampfes gebaut.
Die Letzi zog sich vom westlichen Berghang quer durch das Tal und endete auf dem Kerenzerberg.

 
3.10 1352

Die Bauarbeiten an der Letzi sind auf das Ersuchen der Eidgenossen und die Drohende Mahnung Habsburgs gänzlich eingestellt worden. Es blieb uns keine andere Wahl, wenn wir nicht als Friedensbrecher dastehen wollen.

 
24.10 1353

An der Letzi wird wieder gebaut. Vetter Henslin hat den Schoppen gewonnen! Er wettete letzten Herbst mit uns, dass vor Ablauf von zwei Jahren der Brandenburger nicht mehr gelte. Nicht zwei Jahre hat es gedauert. Seit heute Morgen wird an der Letzi wieder gebaut! Vetter Henslin hat einen Schoppen vom besten verdient. Die Rücksicht auf unser eigenes Wohl und Wehe hat, trotz dem vehementen Protests des Vogtes, zum Baubeschluss geführt. Die politische Lage ist wegen des Erfolglosen Vermittlungsversuches des Königs so gespannt, dass der Faule friede sich wieder al zu schnell wieder in einen Krieg verwandelt hat. Unsere Beurteilung deckt sich mit  der Meinung der Eidgenossen, die uns ebenfalls die Fortsetzung des Letzibaues nahe gelegt haben.

 
6.08.1354

Die Letzi gebot halt! Gestern ist eine zirka 60 Mann starke Reiterschar bis vor die Letzi herangeritten. Das wogende auf und ab der Rossleiber, die wehenden Fähnchen und die bunten Wämser der Reiter waren wohl ein malerischer Anblick, aber die Drohgebärde und die höhnischen Worte, die hinüberschallten, liessen an den absichten den Reiter kein Zweifel aufkommen. Unsere Wache blieb ihnen die Antwort mit ebenso deutlichen Ausdrücken auch nicht schuldig. Nach dem Wortgeplänkel und etwas Waffengeklirr wendete die Reiterschar wieder. Hoffentlich auf Nimmerwiedersehen!

 
1388

Fand die Schlacht bei Näfels statt, bei welcher die Eidgenossen die Habsburger schlugen. An diese Schlacht erinnert ein Denkmal und die jährlich stattfindende Näfelserfahrt.

 
1386 und 1393

Der Näfelserkrieg ist die mittlere Phase des eidg.-österr. Konflikts (Sempacherkrieg), der zwischen 1386 und 1393 an versch. Schauplätzen ausgetragen wurde. Er wurde ausgelöst durch den österr. Überfall (Mordnacht vom 21./22.2.1388) auf das von den Glarnern und Eidgenossen ab 1386 besetzte Städtchen Weesen. Von hier aus erfolgte am 9.4.1388 der Hauptangriff gegen das als abtrünnig geltende Glarnerland. Etwa 5'000 Mann unter der Führung von Gf. Donat von Toggenburg und Ritter Peter von Thorberg durchbrachen die Letzi von N. Eine zweite Kolonne mit 1'500 Mann rückte unter Gf. Hans von Werdenberg-Sargans über den Kerenzerberg vor. Die etwa 400 Glarner, verstärkt durch einige Dutzend Schwyzer und Urner, zogen sich von der Letzi an die westl. Talflanke zurück und griffen von hier aus, begünstigt durch Nebel und Schneetreiben, das plündernde Ritterheer an. Nach einer kurzen Entscheidungsschlacht verfolgten die Glarner die fliehenden Gegner, die beim Zusammenbruch der Brücke bei Weesen in grosser Zahl in der Maag ertranken. Die zweite anrückende Kolonne kehrte in Beglingen (Gem. Mollis) beim Anblick der Niederlage unverrichteter Dinge um. Die 54 gefallenen Glarner und Eidgenossen wurden in der Pfarrkirche Mollis bestattet. Auf der Gegenseite werden die Toten auf einige hundert Mann geschätzt. Am 29.11.1389 grub Abt Bilgeri von Rüti etwa 180 Gefallene aus der ungeweihten Erde vor der Letzi aus und überführte sie ins Kloster Rüti.

 
1389

Die Glarner fassten ihren Sieg, errungen mit Hilfe ihres Landespatrons Fridolin, als Gottesurteil auf. Sie gedachten ihrer Gefallenen in einer Schlachtjahrzeit und errichteten schon 1389 im Sendlen eine Landeskapelle. Daraus entwickelte sich die Näfelser Fahrt, die bis heute jedes Jahr in der Regel am ersten Donnerstag im April als Totengedächtnis und Schlachtfeier mit prozessionsartiger Wallfahrt begangen wird. Die Fahrt spielte eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des glarner. Gemeinwesens und Nationalbewusstseins.

 
1961

Teilstück wurde 1961 durch eine Kantonsschulklasse freigelegt, aber mangels finanzieller Mittel wieder eingedeckt.

 
1972/73

Archäologische Sondierung

 
1983

Demgegenüber wurde 1983 ein 16.7 Meter langes Teilstück neben dem Schlachtdenkmal originalgetreu auf den Fundamenten der alten Letzi nachgebaut. Die Fundamente ruhten auf Holzpfählen, die Mauer war aus Kalksteinen aufgebaut und vermörtelt.
Sie wies eine Höhe von 3.4 Meter und eine Breite von 2 Meter auf. Auf der Südseite war sie aufgeschüttet, der Mörtelboden für die Verteidiger gedacht. Die Länge von 1100 Meter erforderte rund 6000 Kubikmeter Steine, Kies und Mörtel.

 
 

Quellen: Historisches Lexikon, Lehrpfad Näfels, Schweizerischer Burgenverein

 
 
Letzte Aktualisierung: 20.09.2010 Fehler entdeckt?